Der Wels im Bett
Während ihres zweimonatigen Aufenthalts in Oberhausen beschäftigte sich Johanna Dembinski mit dem Thema des magischen Denkens und des Aberglaubens. Auf Grundlage zahlreicher Gespräche mit Menschen aus Oberhausen und der Umgebung entstand ein Hörstück sowie eine Reihe von Zeichnungen.
Im Rahmen dieses interviewbasierten Rechercheprozesses führte Dembinski Gespräche mit Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Hexen, einer Altenpflegerin, einer Zahnärztin, einer AI-Ingenieurin und einer Anhängerin des Wicca-Kults. Ziel war es, ein möglichst breites Spektrum an Perspektiven einzubeziehen.
Das Projekt reflektiert die Frage, wie gesellschaftliche Diskurse bestimmen, welche Vorstellungen als Aberglaube gelten und welche als rational. Was als „irrational“ oder „magisch“ bezeichnet wird, entsteht häufig im Gegensatz zu einem als vernünftig definierten Weltbild. Dembinski untersucht, wie solche Zuschreibungen entstehen und zeigt, dass auch viele Handlungen und Entscheidungen der scheinbar rationalen Gegenwart sich ebenso schwer begründen lassen wie magische Praktiken.
